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PHP UK Hannig

Und schon geht’s weiter 🙂 neues Thema. Gemeinsam mit dem Fortsetzung, die ich morgen, also 02.04. – diese finden Sie auch auf der „neuen“ Lernplattform. einstellen werde, haben Sie für die Bearbeitung bis Ende der Osterferien Zeit.

Fortsetzung zur Kognitiven Entwicklung nach Jean Piaget (siehe Seite 2): Die Stadien (Phasen) der Kognitiven Entwicklung.
nach Piaget erfolgt die Entwicklung des Denkens in 4 Stadien, oder auch Phasen.
1. Sensumotorisches Stadium
2. Präoperationales Stadium
3. Konkret Operationales Stadium
4. Formal Operationales Stadium

Wir beschäftigen uns zuerst mit dem Sensumotorischen Stadium, die anderen drei folgen.

1. Sensumotorisches Stadium

Nach Piaget dauert diese Phase von der Geburt bis ca. 24 Monate

Sensumotorisch steht als Begriff für die Fähigkeit, zwischen Wahrnehmung und körperlicher Reaktion eine sinnvolle Beziehung herzustellen. (Sensu=die Sinne betreffend, Motorik=Bewegungsvorgänge)

Das Kind nimmt etwas über seine Sinne wahr, reagiert darauf handelnd, nimmt die Wirkung des Verhalts wieder war und lernt dadurch, sich selbst und die Welt zu verstehen.

Das sensumotorisch Stadium ist unterteilt in 6 Unterstufen.

1. Übung angeborener Reflexmechanismen (erste Differenzierung von Reizen)

Das Baby hat angeborene Reflexe und zeigt spontane Tätigkeiten. Das Baby „übt“ z.B. das Saugen durch „leeres“ Saugen oder es lernt zwischen dem Saugen an der Brust und an anderen Gegenständen zu unterscheiden. Dies sind die ersten Formen von Assimilation und Akkomodation  (1. Lebensmonat)

2. Primäre Kreisreaktionen – einfache Reiz-Reaktions-Muster

Die Aktivitäten des Kindes sind auf den eigenen Körper beschränkt.  Das Baby „entdeckt“, dass bestimmte Handlungen angenehme Konsequenzen haben und wiederholt diese. (Aus Zufall berührt die Hand die Lippen. Das Baby findet dies angenehm und führt die Hand wieder zum Mund –Daumenlutschen).
Das Baby handelt mit den Dingen in nächster Nähe, nimmt Folgen über seine Sinne wahr und wiederholt die Aktivitäten, die interessante/angenehme Folgen haben. Das nennt Piaget „Kreisreaktion“

Das Baby wendet dabei die ihm bekannten Handlungsschemata an wie Greifen, Saugen, Anschauen auf immer mehr Gegenstände an (versucht, zu assimilieren)

(1.-4. Lebensmonat)

3. Sekundäre Kreisreaktionen – Mittel zum Zweck

Das Baby entdeckt, dass die eigenen Aktivitäten auch die Umwelt beeinflussen und lernt, diese bewusst einzusetzen, also als Mittel zum Zweck. Das Kind experimentiert mit seinem eigenen Einfluss auf die Umwelt.

Aus Zufall kommt das Kind z.B. an die Glocke, die über dem Bettchen hängt. Das Geräusch gefällt dem Kind und es schlägt die Glocke wiederholt, um das Klingeln zu hören.

Mit ca. 8 Monaten hat das Baby die „Objektpermanenz“: es weiß, dass Gegenstände auch noch da sind, wenn es sie nicht mehr sehen kann, weil sie z.B. unter einem Tuch versteckt werden. Kinder, die die Objektpermanenz noch nicht entwickelt haben, verlieren das

Interesse, wenn man ein Tuch über das Spielzeug legt. Die Objektpermanenz stellt einen essentiellen Schritt in der kognitiven Entwicklung dar- das Baby entwickelt ein „Abbild“ des Gegenstandes im Kopf- also im Gedächtnis. Mit dem Erwerb der Objektpermanenz haben Kindern viel Spaß am Spiel mit Suchen und Wiederfinden.

(4.-8. Lebensmonat)

4. Intentionales Verhalten und Anwendung auf neue Situationen – Versuch & Irrtum

Die Aktivitäten werden zielgerichteter und absichtlich ausgeführt. Bekannte Effekte werden auf neue Situationen übertragen. Durch das Ausprobieren werden die Schemata weiter verfeinert, angepasst und besser koordiniert (Bewegungsabläufe werden flüssiger)
(8.-12. Lebensmonat)

5. Tertiäre Kreisreaktionen – Experimentieren

Das Kind versucht durch Experimente herauszufinden, wann und warum bestimmte Ereignisse auftreten. Es interessiert sich für jede neue Reizsituation und dafür, wie es selbst auf die Umwelt einwirken kann. Durch das Experimentieren erweitern sich ständig die Handlungsschemata (Assimilation-Akkomodation).
Beispiel: unterschiedliche Möglichkeiten, einen Ball zu werfen – mit einer Hand, mit zwei Händen, hoch, aus unterschiedlicher Höhe…
(12.-18. Lebensmonat)

6. Übergang zur voroperationalen Phase – was wäre wenn

Das Kind kann teilweise die Folgen der Aktivität vorhersehen und lernt zu planen, das Experimentieren wird dadurch unnötig (Handlungen werden innerlich vollzogen). Damit verbunden gibt es mit knapp 2 Jahren ein „inneres Abbild“ eines Gegenstandes – d.h. das Kind kann mit diesem im Geist umgehen, ohne dass es physisch vorhanden sein muss. Diese „Verinnerlichung von Handlungen“ wird als Übergang zum Denken gesehen.
(18.-24. Lebensmonat)

Charakteristisch für diese Phase ist für Piaget die Entwicklung einer Repräsentations- und Symbolfunktion.

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